Einer der Gründe, neben dem Erlernen von Englisch und der selbstständigen
Benutzung der Waschmaschine, als Au Pair
in ein fremdes Land zu reisen, ist natürlich auch der kulturelle Austausch. In
Anbetracht der Tatsache, dass mein fernes Land gerade mal ein einhalb Flugstunden
von Deutschland entfernt ist, dachte ich eigentlich, dass mein kultureller Austausch
eher mau ausfällt.
Aber Pustekuchen!
Das fängt schon beim Frühstück an. Porradge bin ich ja nun
schon gewöhnt aber, dass man Sonntags morgen doch tatsächlich ernsthaft
vorschlägt Fischstäbchen zu machen, eröffnet mir ganz neue Welten… die ich
nicht besonders gerne betreten würde.
Dem englischen Essen eilt ja ein gewisser unschmeichelhafter
Ruf voraus und was ich soll ich sagen…ich wohne in einer indischen Familie
also: haha euer Problem!!!! (und das war die nette Version) ;)
Naja, natürlich habe ich auch
typisch britisches Essen probiert. Das erste auf meiner Liste war Pastete.
Der
Grund dafür ist simpel: „Sweeney Todd“ (das ist ein Musical für die ungebildete
Meute, die diesen Blog liest….tut mir leid war nicht persönlich gemeint) und
seine Pasteten gefüllt mit menschlichem Fleisch. Das musste ich probieren.
Es schmeckt wesentlich schlechter
als ich es mir erhofft hatte. Aber es ist eine dieser Sachen die man einfach
mögen will und sie deswegen ständig im Restaurant bestellt, selbst wenn das Ergebnis,
eine halb aufgegessene Pastete und ein knurrender Magen, immer dasselbe bleibt.
Eine andere englische Spezialität ist „fish and chips“ was,
wie der Name schon vermuten lässt, eigentlich auch nicht mehr als frittierter Fisch
und frittierte Kartoffeln ist.
Die haben eine rein mit chinesischem Essen gefüllte Karte abgesehen von „fish and chips“, einen Wandteppich, nur chinesische Verkäufer und so eine unheimliche Winkekatze…und der Laden heißt „FISH AND CHIPS“?!….. dazu kann ich eigentlich auch nicht mehr sagen…
Gut und schön damit kann ich leben. Womit ich
allerdings nicht leben kann ist, dass unser nächst gelegener „fish and chips
shop“ doch tatsächlich eigentlich ein chinesisches Restaurant ist.Die haben eine rein mit chinesischem Essen gefüllte Karte abgesehen von „fish and chips“, einen Wandteppich, nur chinesische Verkäufer und so eine unheimliche Winkekatze…und der Laden heißt „FISH AND CHIPS“?!….. dazu kann ich eigentlich auch nicht mehr sagen…
Okay anders Thema:
Tee, Tee, Tee bis man nicht mehr kann, seltsam geformte
Steckdosen und diese Sache mit der andauernden Freundlichkeit. (Das sind doch
gute Themenvorschläge oder?)
Ist es denn wirklich notwendig, dass ich mich nach einem
Besuch im Supermarkt fühle wie der unfreundlichste Mensch auf der Welt?
Wenn ich mich unbeholfen und in einem Tempo, dass das
Gegenteil von gemütlichem Schlendern ist, an Leuten vorbei durch die Gänge
quetsche, sollte ich mich normalerweise entschuldigen und nicht die Menschen
auf deren Füße ich trete.
Von dem Autofahren auf der eindeutig falschen Seite und dem
gesamten Schulsystem (von den Uniformen, über die Unterrichtsinhalte, bis hin
zu der Tatsache, dass es hier Universitäten gibt die mehr einem Palast als
einer Uni ähneln) will ich gar nicht erst anfangen.
Hab es mir anders überlegt ich will doch, also erstmal um
ganz vorne an zu fangen, der gemeine Brite fährt sein TöfTöf auf der linken
Seite. Ja auf der linken Seite nicht wie der Rest der Welt (Neuseeland und
Australien mal ausgenommen)auf der Rechten, weil warum sollte man auch oder?!
Es lebe der Individualismus! (merkt euch das, darauf komme ich später noch
zurück)
Ach ja und noch eine klitzekleine Sache die ich hier des Öfteren
beobachtet habe , Kreisverkehre… Überall und wenn ich sage überall dann meine ich auch überall. Und nicht nur diese kleinen netten Kreisverkehre, die wir ja
alle kennen und lieben gelernt haben. Nein, so richtig große. Falls ihr den Borsigplatz
in Dortmund kennt, das ist noch gar nichts!
Die Menschen, die die Kreisverkehre hier konzipiert haben,
haben es doch tatsächlich fertig gebracht mein Navigationssystem so sehr zu
verwirren, dass es nicht mal wusste, dass es sich in einem Kreisverkehr
befindet. Das meinte dann nur: „Links Abbiegen und dann bitte wenden.“ Was es
eigentlich damit sagen wollte war: „Ignoriere die Straße, die da mitten durch
diesen „Kreisverkehr“ führt. Bleib auf der innersten Spur, die nach links
abbiegt und dann nehme die vierte Abfahrt, aber pass auf das dir keiner
rein fährt, weil nicht alle Navigationssystme so toll sind wie ich.“
Tja, das letztere hat es aber leider nicht gesagt, was mich
die ersten Male die ich diesem Kreisverkehr über den Weg gelaufen bin,
reichlich Zeit, Nerven und meinen Glauben an die Menschheit gekostet hat.
Was auch sehr interessant ist, wenn man sich mit der Kultur,
der hiesigen Einheimischen einmal tiefer-gehend auseinander setzen will, ist
sich mal ein paar Folgen Geordie Shore anzusehen.
Diese Fernsehsendung ist wie schon gesagt…interessant.
Eine kurze Zusammenfassung wäre wohl:
Alkohol, Partys, falsche Wimpern, Sex, Sprayteint, Anger Management
und emotional verwirrte Engländer in ihren Zwanzigern.
(Ich hoffe einfach, dass das mit Youtube und der ganzen
Video hoch lade Aktion jetzt klappt ansonsten googelt es doch einfach mal.)
Was es über mich aussagt, dass ich die komplette Serie bei Sky
aufgenommen habe, wollen wir hier auch nicht tiefer gehend betrachten.
Auf jeden Fall wirft diese Fernsehserie zwei Fragen bei mir
auf (eigentlich sind es mehr, aber alle persönlichen Probleme der
„Hauptdarsteller“ näher zu durchleuchten, würde mit ziemlicher Sicherheit mehr
Zeit in Anspruch nehmen, als mir in England bleibt ergo, nur zwei).
Erstens: Gucken die Leute, die da mit machen, das wohl mit
ihren Eltern und wenn ja, was sagen die dann wohl?
Und zweitens: Besteht wohl ein Zusammenhang zwischen der
Tatsache, dass sich viele Engländer (wie sage ich das jetzt am besten) sehr individuell
kleiden und der, dass die meisten Engländern seid einem sehr jungen Alter
größtenteils Schuluniformen tragen?
Was ich damit sagen will: Führen Schuluniformen zu
schlechtem Geschmack?
Vielleicht lernen einige (ich meine nicht alle sondern nur
ein Paar, mein Gott stellte euch doch nicht so an) Kinder, die Schuluniformen
die meiste Zeit ihres jungen Lebens tragen und ihre Freizeit eigentlich nur in
chilligen Klamotten verbringen, nie sich angemessen anzuziehen, weil das immer
eine Regelung von der Schulleitung für sie übernommen hat.
Eine andere Theorie: Es ist eine Art von Rebellion, raus aus
der Schule und ihren Uniformen! Rein in die schöne neue Welt, in der man was
immer sich gerade anbietet als Kleidung tragen darf.
Falls ihr irgendwelche Ideen habt würde ich mich freuen
davon zu hören.
Wenn ich so länger über die Briten und ihre kleinen
Eigenheiten nachdenke, komme ich nicht umhin zu bemerken wie wichtig diesem
Völkchen seine Individualität ist: das Pfund, das Fahren auf der falschen Seite
oder das Messen in Feet…
Und die Frage, die sich mir unangenehmerweise aufdrängt ist:
WARUM?!
Da ich ja meine Aupair-Kids jeden Tag von der Schule abhole,
was mir eine halbe Stunde Hinfahrt alleine im Auto einbringt, habe ich Zeit zum
Nachdenken (uaaa ja manchmal benutze ich mein Hirn, nicht die meiste Zeit, das
gebe ich ja zu, aber manchmal).
Also wenn ich dann so im Auto sitze, Musik höre und meine
baldige Weltherrschaft plane, schleicht sich manchmal der Gedanke ein, dass
sich die Briten, auf ihrer Insel lebend, abgeschottet von anderen europäischen
Ländern einfach lustig vor sich hin entwickelt haben und nicht einsehen, dass
jetzt zu ändern.
Wenn man alleine auf einer Insel lebt, sich schon mal verdammt
fetzt und versucht die Unterschiede untereinander (Ich spreche hier von den
Problemen, die die Engländer, Schotten und Iren miteinander haben, Wales lassen
wir mal raus) noch weiter aus zu schlachtet, kümmert man sich dann auch nur im
geringsten um das was irgendwo irgendwelche anderen Europäer machen? Vor allem
wenn man zu denen gar keine direkte Grenze hat?
Naja sei´s drum, ich hoffe ich habe euch auch ein bisschen
was an Stoff zum im Auto drüber nachdenken gegeben.
Auch wenn sich das in diesem Blog ein bisschen anders anhört
wollte ich nur sagen, dass ich England wirklich liebe. Die Mode in London ist fantastisch,
die Restaurants sind der Hammer und die Menschen sind einfach wunderbar, und
deren Individualität, du das ist unglaublich ;)
Und die ganzen Sachen über die ich oben gelästert habe,
werde ich wahrscheinlich unglaublich vermissen, außer den Regen, der Regen ist
scheiße!!






Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen