Eigentlich wollte ich ja nach Amerika.
Naja das stimmt, wenn man es genau nimmt
auch nicht so recht.
Um ehrlich zu sein wusste ich einfach
nicht was um alles in der Welt ich nach meinem Abitur machen sollte.
Ich wusste ich wollte studieren, das
"WAS" bereitete mir nur Kopfzerbrechen.
Also, warum nicht ein Jahr ins Ausland. Sprache verbessern,
unabhängig werden, und sich in Ruhe und ohne Abi-Stress mit dem Thema Zukunft
auseinander setzen.
"Travel and Work" oder "Backpacking" kam für
mich nicht in Frage. Ich wäre zwar gerne so mutig und Abenteuerlustig, aber
let's be real, ich hätte wahrscheinlich keine zwei Tage überlebt.
Ich fand ziemlich schnell eine Alterative, Au Pair.
Kleine Kinder und deren Freunde hatte ich
sowieso auch schon zu hause. Also sollte das doch machbar sein oder?!
Meine Nachbarin, die gerade aus Amerika zurückgekommen
war (und dort auch als AuPair gearbeitet hatte), empfiehl mir de Au Pair
Agentur "cultural care", zu deren Vorbereitungstreffen ich noch vor
meinen Klausuren, ich glaube es war im Dezember, ging.
Das erste Land, dass mir in den Sinn kam in
dem ich gerne ein Jahr verbringe würd war Kanada.
Endlose Wälder, kaltes Wetter, Schränke
voller Holzfällerhemden und wunderschöne Städte wie Vancouver.
Meine kleine Visions-Blase zerplatze
ziemlich schnell, als mir auf dem Vorbereitungstreffen klar wurde, dass cultural
care ausschließlich nach Amerika vermittelt. (dumm gelaufen, lies beim nächsten
Mal die Internetseite einfach ein bisschen genauer Christina ;) )
Tja nicht alles im Leben läuft so wie man
es sich vorstellt, dachte ich mir und gewöhnte mich langsam an die Vorstellung
ein Jahr in der Fast-Food- Hochburg dieser Welt zu verbringen... (wie man merkt
bin ich komplett Vorurteilsfrei ;) )
Wahrscheinlich werden sich einige Leser
langsam fragen, wie um alles in der Welt ich dann in London, was ja bekannter
Weise in England liegt, gelandet bin (und wann ich endlich aufhöre um den
heißen Brei herum zu reden und endlich zur Sache komme!).
Geduldet euch bitte noch eine Sekunde.
Nachdem ich also gefühlt hundert Seiten
Fragebogen ausgefüllt und einen ganze Roman "Host Family Letter"
geschrieben hatte, bekam ich nach und nach verschieden Familienvorschläge aus Texas,
Washington und New York.
Mit einigen der Familien habe ich dann auch gemailt und geskypte,
aber klappen wollte es einfach nie.
Mein Ausreisetermin, der eigentlich im August sein sollte,
verschob sich immer weiter nach hinten und nicht nur ich, sondern vor allem
meine Eltern wurden langsam nervös.
Das auch zurecht, da ich mir leider keinerlei Gedanken um einen
Plan B gemacht hatte (ziemlich dumm gelaufen für mich).
Im August fing ich dann an Hals über Kopf Bewerbungen als
Stewardess oder Aushilfe bei Diesel zu schreiben, um zumindest irgendwas ein Jahr
lag zumachen und begrub langsam meine Idee eines Au Pair Jahres.
Trotzdem rang ich mich dazu durch einer anderen Au Pair Organisation
(magoo international), die nach England vermittelt, meine Unterlagen zu
schicken.
Kaum hatte ich meine Bewerbung abgeschickt, da bekam ich auch
schon zwei Famlienvorschläge aus der Nähe von London.
Drei Wochen und genauso viele Skype –Gespräche später fand ich mich
in einem Flugzeug in Richtung London Heathrow wieder…
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