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Dienstag, 15. Oktober 2013

Das allgemeine Kofferpacken und die Tücken die damit verbunden sind

Also ich bin jetzt seit einigen Woche in England und Tadaaa ich bin tatsächlich noch am Leben!
Back home in good old Germany hatte ich mir ja doch ziemliche Sorgen gemacht, so schlimm, dass ich nachts nicht mehr schlafen konnte, ohne vorher ein Glas Wein zu mir zu nehmen. Da gab es einfach viel zu viele Dinge über die ich mir Gedanken machen musste: Wird mich die Familie mögen? Werde ich die Familie mögen? Werde ich meine Freunde vermissen? Schaffe ich es überhaupt alleine aus dem riesigen Flughafen in Heathrow? Wie um alles in der Welt soll ich bloß meine Koffer zu bekommen?!
Tja die Sache mit dem Schließen der Koffer habe ich zum Glück geregelt, und zwar nicht mit der klassischen Methode des einer setzt sich drauf, der Andere zerrt a Reißverschluss, oder der jeweilig vorliegenden Schließmethode, sondern durch den einfachen Fakt, dass meine Koffer nicht mehr als 23 Kilo wiegen durften.
Trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen) habe ich eine ganze Woche zum Packen gebraucht. In der Zeit sah mein Zimmer aus wie ein Schlachtfeld. Jeder Flecken Boden war mit Kleidung oder auch anderen „wichtigen“ Sachen bedeckt ohne die, ich mit Sicherheit kein Jahr lang überleben konnte. Dementsprechend verbrachte ich ganze Tage, bis hin zu den letzten Stunden bevor mein Gepäck im Bauch eines Fliegers verschwinden sollte, damit auszusortieren, umzupacken und zu wiegen.
Letztendlich habe ich es dann doch vollbracht zwei Koffer (und zwei Handgepäck) mit jeweils 23 Kilo an wirklich wichtigen Dingen zu beladen.
Ich sollte mich was das Gepäck angeht wirklich nicht so anstellen, eine Freundin von mir, die auch ein Jahr Au Pair macht, ist  mit soweit ich weiß 15 Kilo Gepäck ein Jahr nach Kalifornien geflogen (und ihr Vater kommt nicht schon in zwei Monaten um die Ecke und bringt ihr weitere „wichtige“ Dinge nach…)
Aber zu meiner Verteidigung, es ist wesentlich schwerer für ein Jahr zu packen als für einen überlagen Sommerurlaub, außerdem ist es in London wesentlich kälter als in Kalifornien und Winterjacke wiegen bekannter maßen mehr als Tops…. Aber egal
Nachdem ich dann also alles gepackt, meine Koffer abgegeben und mich von meiner Familie verabschiedet hatte (mein kleiner Bruder hatte mich nicht mit weg gebracht, worüber ich mich jetzt noch aufregen könnte, vor allem weil er  anfängt sich mein Zimmer einzuverleiben) kam ich endlich in London an und wurde von Sarb (meiner „Hostmum“ oder wie immer man das nennen mag) und den beiden Mädels mit Blumen und Schokolade empfangen….nicht zu erwähnen das ich sie sofort ins Herz geschlossen hab ;)
In meinem neuen zuhause angekommen habe ich dann auch gleich den Rest der
fünf-ein halb-köpfigen Familie kennengelernt (der halbe Kopf gehört zu Bobby, dem riesigen deutschen Schäferhund der Familie, super Hund, wenn man nicht gerade von ihm voll gesabbert wird) und einen kleinen Eindruck in mein neues Leben bekomme.
Ich muss sagen, bis jetzt gefällts mir eigentlich ganz gut J



Sonntag, 6. Oktober 2013

Prolog

Eigentlich wollte ich ja nach Amerika.
Naja das stimmt, wenn man es genau nimmt auch nicht so recht.
Um ehrlich zu sein wusste ich einfach nicht was um alles in der Welt ich nach meinem Abitur machen sollte.
Ich wusste ich wollte studieren, das "WAS" bereitete mir nur Kopfzerbrechen.

Also, warum nicht ein Jahr ins Ausland. Sprache verbessern, unabhängig werden, und sich in Ruhe und ohne Abi-Stress mit dem Thema Zukunft auseinander setzen.

"Travel and Work" oder "Backpacking" kam für mich nicht in Frage. Ich wäre zwar gerne so mutig und Abenteuerlustig, aber let's be real, ich hätte wahrscheinlich keine zwei Tage überlebt. 

Ich fand ziemlich schnell eine Alterative, Au Pair.
Kleine Kinder und deren Freunde hatte ich sowieso auch schon zu hause. Also sollte das doch machbar sein oder?!

Meine Nachbarin, die gerade aus Amerika zurückgekommen war (und dort auch als AuPair gearbeitet hatte), empfiehl mir de Au Pair Agentur "cultural care", zu deren Vorbereitungstreffen ich noch vor meinen Klausuren, ich glaube es war im Dezember, ging.

Das erste Land, dass mir in den Sinn kam in dem ich gerne ein Jahr verbringe würd  war Kanada.
Endlose Wälder, kaltes Wetter, Schränke voller Holzfällerhemden und wunderschöne Städte wie Vancouver.

Meine kleine Visions-Blase zerplatze ziemlich schnell, als mir auf dem Vorbereitungstreffen klar wurde, dass cultural care ausschließlich nach Amerika vermittelt. (dumm gelaufen, lies beim nächsten Mal die Internetseite einfach ein bisschen genauer Christina ;) )
Tja nicht alles im Leben läuft so wie man es sich vorstellt, dachte ich mir und gewöhnte mich langsam an die Vorstellung ein Jahr in der Fast-Food- Hochburg dieser Welt zu verbringen... (wie man merkt bin ich komplett Vorurteilsfrei ;) )

Wahrscheinlich werden sich einige Leser langsam fragen, wie um alles in der Welt ich dann in London, was ja bekannter Weise in England liegt, gelandet bin (und wann ich endlich aufhöre um den heißen Brei herum zu reden und endlich zur Sache komme!). 
Geduldet euch bitte noch eine Sekunde.

Nachdem ich also gefühlt hundert Seiten Fragebogen ausgefüllt und einen ganze Roman "Host Family Letter" geschrieben hatte, bekam ich nach und nach verschieden Familienvorschläge aus Texas, Washington und New York.
Mit einigen der Familien habe ich dann auch gemailt und geskypte, aber klappen wollte es einfach nie.
Mein Ausreisetermin, der eigentlich im August sein sollte, verschob sich immer weiter nach hinten und nicht nur ich, sondern vor allem meine Eltern wurden langsam nervös.
Das auch zurecht, da ich mir leider keinerlei Gedanken um einen Plan B gemacht hatte (ziemlich dumm gelaufen für mich).
Im August fing ich dann an Hals über Kopf Bewerbungen als Stewardess oder Aushilfe bei Diesel zu schreiben, um zumindest irgendwas ein Jahr lag zumachen und begrub langsam meine Idee eines Au Pair Jahres.
Trotzdem rang ich mich dazu durch einer anderen Au Pair Organisation (magoo international), die nach England vermittelt, meine Unterlagen zu schicken.

Kaum hatte ich meine Bewerbung abgeschickt, da bekam ich auch schon zwei Famlienvorschläge aus der Nähe von London.

Drei Wochen und genauso viele Skype –Gespräche später fand ich mich in einem Flugzeug in Richtung London Heathrow wieder…