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Freitag, 18. Juli 2014

RIP Londoncalling

Hallihallo Freunde,
für die, die sich gewundert haben! – Ja, diesen Blog gib es immer noch, aber bevor ihr euch zu früh freut, nicht mehr lange.
Also ich gehe mal davon aus, dass zumindest ein paar Menschen gemerkt haben, dass „Londoncalling“ nachdem ich die Insel verlassen hatte, naja auf Eis gelegt war.
Jetzt taue ich ihn auch eigentlich nur kurz wieder auf, um ihn offiziell für tot zu erklären.
Waaaaaaas?!?!
(Haben bestimmt ganz viele Menschen jetzt geschrien)
Nein, mal im Ernst, da ich nicht mehr als Au-pair arbeite und obendrein nicht mehr in London wohne wäre es wahrscheinlich mehr als seltsam, wenn ich weiter hier zu allem meinen Senf dazu geben würde…also lasse ich es sein. (So wie in der letzten Zeit in der ich wieder zu Hause war und einfach mal gar nichts gemacht habe ;-) )
Der Blog beleibt so bestehen wie er ist, damit ich, wenn ich London gaaanz dolle vermisse nochmal alles durchlesen kann.
Und bevor ihr euch  überlegt wie ihr euch am besten umbringen könnt, denn eine Welt ohne meine Blogeinträge macht doch, da sind wir uns eigentlich alle einig, gar keinen Sinn mehr…
Ich habe einen anderen kleinen Blog eröffnet „The lazy Girl’s Guide through life“ (die Web Adresse ist lazy-girls-guide.blogspot.de)

Er ist ein bisschen anders als Londoncalling. Wenn man so will ist es  eine Art „Lifestlye Blog“ (ja ich weiß wie scheiße sich das anhört, aber hallo….:( ) Ihr findet da eigentlich alles, wozu ich nicht zu faul bin ein bisschen was zu schreiben. Vor allem Beauty und Fashion, aber auch Film und Buch Kritiken und all so einen Scheiß, also schaut es euch doch einfach mal an, und teilt mir mit was ihr davon haltet.
Ach ja, falls die Frage aufkommen sollte, warum ich dieses ganze Blog-Gedöns jetzt wieder anfange? ...Um ehrlich zu sein, weil mir im Moment ziemlich langweilig ist und ich passend dazu auch noch Zeit habe.
Wenn anderen Menschen so etwas passiert, melden sie sich freiwillig um in Afrika oder Indien Schulen für kleine Kinder zu bauen. Ich eröffne einen Blog. Super da fühlt man sich doch gleich viel besser….
Schaut es euch doch einfach an und bildet euch selbst eine Meinung J
Londoncalling over and out.




Dienstag, 1. April 2014

Die Insel Großbritannien und ihre Eingeborenen

Einer der Gründe, neben dem Erlernen von Englisch und der selbstständigen Benutzung der Waschmaschine, als  Au Pair in ein fremdes Land zu reisen, ist natürlich auch der kulturelle Austausch. In Anbetracht der Tatsache, dass mein fernes Land gerade mal ein einhalb Flugstunden von Deutschland entfernt ist, dachte ich eigentlich, dass mein kultureller Austausch eher mau ausfällt.
Aber Pustekuchen!
Das fängt schon beim Frühstück an. Porradge bin ich ja nun schon gewöhnt aber, dass man Sonntags morgen doch tatsächlich ernsthaft vorschlägt Fischstäbchen zu machen, eröffnet mir ganz neue Welten… die ich nicht besonders gerne betreten würde.
Dem englischen Essen eilt ja ein gewisser unschmeichelhafter Ruf voraus und was ich soll ich sagen…ich wohne in einer indischen Familie also: haha euer Problem!!!! (und das war die nette Version) ;)
Naja, natürlich habe ich auch typisch britisches Essen probiert. Das erste auf meiner Liste war Pastete.
 Der Grund dafür ist simpel: „Sweeney Todd“ (das ist ein Musical für die ungebildete Meute, die diesen Blog liest….tut mir leid war nicht persönlich gemeint) und seine Pasteten gefüllt mit menschlichem Fleisch. Das musste ich probieren.






Es schmeckt wesentlich schlechter als ich es mir erhofft hatte. Aber es ist eine dieser Sachen die man einfach mögen will und sie deswegen ständig im Restaurant bestellt, selbst wenn das Ergebnis, eine halb aufgegessene Pastete und ein knurrender Magen, immer dasselbe bleibt.

Eine andere englische Spezialität ist „fish and chips“ was, wie der Name schon vermuten lässt, eigentlich auch nicht mehr als frittierter Fisch und frittierte Kartoffeln ist.
Die haben eine rein mit chinesischem Essen gefüllte Karte abgesehen von „fish and chips“, einen Wandteppich, nur chinesische Verkäufer und so eine unheimliche Winkekatze…und der Laden heißt „FISH AND CHIPS“?!….. dazu kann ich eigentlich auch nicht mehr sagen…
Gut und schön damit kann ich leben. Womit ich allerdings nicht leben kann ist, dass unser nächst gelegener „fish and chips shop“ doch tatsächlich eigentlich ein chinesisches Restaurant ist.
Okay anders Thema:
Tee, Tee, Tee bis man nicht mehr kann, seltsam geformte Steckdosen und diese Sache mit der andauernden Freundlichkeit. (Das sind doch gute Themenvorschläge oder?)
Ist es denn wirklich notwendig, dass ich mich nach einem Besuch im Supermarkt fühle wie der unfreundlichste Mensch auf der Welt?
Wenn ich mich unbeholfen und in einem Tempo, dass das Gegenteil von gemütlichem Schlendern ist, an Leuten vorbei durch die Gänge quetsche, sollte ich mich normalerweise entschuldigen und nicht die Menschen auf deren Füße ich trete.
Von dem Autofahren auf der eindeutig falschen Seite und dem gesamten Schulsystem (von den Uniformen, über die Unterrichtsinhalte, bis hin zu der Tatsache, dass es hier Universitäten gibt die mehr einem Palast als einer Uni ähneln) will ich gar nicht erst anfangen.

Hab es mir anders überlegt ich will doch, also erstmal um ganz vorne an zu fangen, der gemeine Brite fährt sein TöfTöf auf der linken Seite. Ja auf der linken Seite nicht wie der Rest der Welt (Neuseeland und Australien mal ausgenommen)auf der Rechten, weil warum sollte man auch oder?! Es lebe der Individualismus! (merkt euch das, darauf komme ich später noch zurück)
Ach ja und noch eine klitzekleine Sache die ich hier des Öfteren beobachtet habe , Kreisverkehre… Überall und wenn ich sage überall dann meine ich auch überall. Und nicht nur diese kleinen netten Kreisverkehre, die wir ja alle kennen und lieben gelernt haben. Nein, so richtig große. Falls ihr den Borsigplatz in Dortmund kennt, das ist noch gar nichts!
Die Menschen, die die Kreisverkehre hier konzipiert haben, haben es doch tatsächlich fertig gebracht mein Navigationssystem so sehr zu verwirren, dass es nicht mal wusste, dass es sich in einem Kreisverkehr befindet. Das meinte dann nur: „Links Abbiegen und dann bitte wenden.“ Was es eigentlich damit sagen wollte war: „Ignoriere die Straße, die da mitten durch diesen „Kreisverkehr“ führt. Bleib auf der innersten Spur, die nach links abbiegt und dann nehme die vierte Abfahrt, aber pass auf das dir keiner rein fährt, weil nicht alle Navigationssystme so toll sind wie ich.“
Tja, das letztere hat es aber leider nicht gesagt, was mich die ersten Male die ich diesem Kreisverkehr über den Weg gelaufen bin, reichlich Zeit, Nerven und meinen Glauben an die Menschheit gekostet hat.

Was auch sehr interessant ist, wenn man sich mit der Kultur, der hiesigen Einheimischen einmal tiefer-gehend auseinander setzen will, ist sich mal ein paar Folgen Geordie Shore anzusehen.

Diese Fernsehsendung ist wie schon gesagt…interessant.
Eine kurze Zusammenfassung wäre wohl:
Alkohol, Partys, falsche Wimpern, Sex, Sprayteint, Anger Management und emotional verwirrte Engländer in ihren Zwanzigern.
(Ich hoffe einfach, dass das mit Youtube und der ganzen Video hoch lade Aktion jetzt klappt ansonsten googelt es doch einfach mal.)
Was es über mich aussagt, dass ich die komplette Serie bei Sky aufgenommen habe, wollen wir hier auch nicht tiefer gehend betrachten.
Auf jeden Fall wirft diese Fernsehserie zwei Fragen bei mir auf (eigentlich sind es mehr, aber alle persönlichen Probleme der „Hauptdarsteller“ näher zu durchleuchten, würde mit ziemlicher Sicherheit mehr Zeit in Anspruch nehmen, als mir in England bleibt ergo, nur zwei).
Erstens: Gucken die Leute, die da mit machen, das wohl mit ihren Eltern und wenn ja, was sagen die dann wohl?
Und zweitens: Besteht wohl ein Zusammenhang zwischen der Tatsache, dass sich viele Engländer (wie sage ich das jetzt am besten) sehr individuell kleiden und der, dass die meisten Engländern seid einem sehr jungen Alter größtenteils Schuluniformen tragen?
Was ich damit sagen will: Führen Schuluniformen zu schlechtem Geschmack?
Vielleicht lernen einige (ich meine nicht alle sondern nur ein Paar, mein Gott stellte euch doch nicht so an) Kinder, die Schuluniformen die meiste Zeit ihres jungen Lebens tragen und ihre Freizeit eigentlich nur in chilligen Klamotten verbringen, nie sich angemessen anzuziehen, weil das immer eine Regelung von der Schulleitung für sie übernommen hat.
Eine andere Theorie: Es ist eine Art von Rebellion, raus aus der Schule und ihren Uniformen! Rein in die schöne neue Welt, in der man was immer sich gerade anbietet als Kleidung tragen darf.
Falls ihr irgendwelche Ideen habt würde ich mich freuen davon zu hören.
Wenn ich so länger über die Briten und ihre kleinen Eigenheiten nachdenke, komme ich nicht umhin zu bemerken wie wichtig diesem Völkchen seine Individualität ist: das Pfund, das Fahren auf der falschen Seite oder das Messen in Feet…
Und die Frage, die sich mir unangenehmerweise aufdrängt ist: WARUM?!
Da ich ja meine Aupair-Kids jeden Tag von der Schule abhole, was mir eine halbe Stunde Hinfahrt alleine im Auto einbringt, habe ich Zeit zum Nachdenken (uaaa ja manchmal benutze ich mein Hirn, nicht die meiste Zeit, das gebe ich ja zu, aber manchmal).
Also wenn ich dann so im Auto sitze, Musik höre und meine baldige Weltherrschaft plane, schleicht sich manchmal der Gedanke ein, dass sich die Briten, auf ihrer Insel lebend, abgeschottet von anderen europäischen Ländern einfach lustig vor sich hin entwickelt haben und nicht einsehen, dass jetzt zu ändern.
Wenn man alleine auf einer Insel lebt, sich schon mal verdammt fetzt und versucht die Unterschiede untereinander (Ich spreche hier von den Problemen, die die Engländer, Schotten und Iren miteinander haben, Wales lassen wir mal raus) noch weiter aus zu schlachtet, kümmert man sich dann auch nur im geringsten um das was irgendwo irgendwelche anderen Europäer machen? Vor allem wenn man zu denen gar keine direkte Grenze hat?
Naja sei´s drum, ich hoffe ich habe euch auch ein bisschen was an Stoff zum im Auto drüber nachdenken gegeben.
Auch wenn sich das in diesem Blog ein bisschen anders anhört wollte ich nur sagen, dass ich England wirklich liebe. Die Mode in London ist fantastisch, die Restaurants sind der Hammer und die Menschen sind einfach wunderbar, und deren Individualität, du das ist unglaublich ;)
Und die ganzen Sachen über die ich oben gelästert habe, werde ich wahrscheinlich unglaublich vermissen, außer den Regen, der Regen ist scheiße!!



Freitag, 28. März 2014

Einmal Indisch zum Mitnehmen bitte


Ich weiß ja nicht ob ihr es wusstet, aber ich lebe hier in England mit einer indischen Familie. Um genau zu sein mit einer punjabischen Familie, was meinen Auslandsaufenthalt noch eine tiefere Ebene an kulturellem Austausch verleiht.
Für die, die es interessiert hier eine kleines Bildchen das zeigt wo genau der Punjab denn eigentlich  liegt.

Falls euer Interesse für diese Region jetzt geweckt ist, schlage ich vor, dass ihr es einfach googelt und hofft das Wikipedia euch weiter hilft.
Ist ja gut ich will ja mal nicht so sein:
Der Punjab war eine Englische Provinz von 1849 bis 1947. Und wurde 1947 zwischen den unabhängigen Staaten Pakistan und der Indischen Union aufgeteilt. So da habt ihrs, wenn ihr mehr über die Geographie und die Geschichte wissen wollt, lege ich euch Wikipedia wärmstens ans Herz und jetzt Schluss damit.
Meine Familie kommt ursprünglich aus dem Indischen Teil des Punjabs. Amans (mein hostdad) und Sarbs (meine hostmum) Eltern sind nach England eingewandert und mit ihnen ein ganzer Haufen Verwandte, die hier, in England, Kanada oder auch Afrika leben. 
Da Sarbs mum am wenigsten weit von uns entfernt wohnt, kommen wir des Öfteren in die Gunst ihrer Besuche, die meistens begleitet werden von selbstgemachtem indischen Leckerbissen und einem Bollywoodfilm.
Kling Klischeehaft? Wartet bis ihr Naniji sprechen hört! Das ist Klischeehaft, aber absolut adorable.
Familie ist in der indischen Kultur etwas, wie soll ich das jetzt sagen, ohne total schmalzig zu klingen, sehr wichtiges. Was in der Praxis bedeutet, dass wenn die Geburtstagsparty deiner Schulfreundin und deiner Cousine zweiten Grades, die fünf Jahre jünger ist als du, auf den selben Tag fällt , dann gehst du zu dem Geburtstag deiner Cousine, selbst wenn das für alle Beteiligten eine Autofahrt von drei Stunden bedeutet. Hach Familie…
Eigentlich will ich nicht so sarkastisch klingen. Das die Familie so zusammen hält ist etwas sehr gutes und ich hoffe, dass das für mich auch immer so bleiben wird. Aber sollte die Familie nicht eigentlich die Gruppe von Menschen sein, die dir egal was auch kommt unter die Arme greift und eine Art selbstverständliche Liebe teilt und nicht die Menschen dank denen du ständig von Schuldgefühlen geplagt wirst, wenn du mal nicht zu der Babyparty, der Schwägerin deines Cousin gehst?
Ich persönlich vertrete ja den Standpunkt, dass Familie nicht nur durch Blut definiert wird. Ein Freund den du schon seit Jahren kennst und der mit dir durch Dick und Dünn gegangen ist, mit dem du dich streitest als wäre er oder sie einer deiner Geschwister und bei dem du nicht einmal deinen Eltern erzählen musst, dass er oder sie bei dir übernachtet, weil das sowie keinen Unterschied macht, ist wahrscheinlich mehr deine Familie als eine Cousine zweiten Grades deren Namen du nicht mal kennst. 
Ach verdammt ich wollte doch eigentlich gar nicht so tief philosophisch werden… ;) was ich damit sagen will, du bist da zuhause wo sich dein Handy automatisch ins WLAN ein klingt und nicht da wo am meisten Menschen deinen Nachnamen tragen. Das kann natürlich beides ein und dasselbe sein…
…Themenwechsel (diese ganze hin und her hält man ja im Kopf nicht aus)
Seit dem ich hier bin habe ich definitiv eine Leidenschaft für indisches Essen entwickelt. Von der Hälfte der Gerichte kann ich den Namen nicht einmal aussprechen, aber das ist mir herzlich egal und ich danke Gott jeden Tag dafür, dass er mich vor traditionellem britischem Essen bewahrt hat.
Zu einem richtigen Indischen Hauptgang gehört:

1. Mindestens ein Curry

2. Reis

3.Rutti (das dippt man in das Curry)

4. Salat

5.  Joghurt


5 ½. Mango Chutney (in unserem Fall…das ist eine Art Mango Marmelade)

6. Indischer Chai (was übrigens übersetzt nicht mehr bedeutet als Tee)

Das ich das alles aufzählen kann bedeutet nur leider noch lange nicht, dass ich das auch alles selber zubereiten kann. Ich versuche es, jap, aber ob das Ergebnis so zufriedenstellend ist sei mal so dahingestellt. Genauso wie die Tatsache, dass ich jetzt ein halbes Jahr Zeit hatte zu üben mit meinen Händen zu Essen (weil man so nun mal indisches Essen isst), und es immer noch nicht perfektioniert habe. In der Theorie reißt man ein Stück von dem Rutti ab, hält es in Löffelform, nimmt damit das Curry auf und gibt dem ganzen dann noch einen Schlenker durch den Jogurt, bevor man es dann endlich essen kann.
Ich bin nach einigen gescheiterten Versuchen dazu übergegangen, einfach einen Löffel zu benutzen. Ich versau mir nicht alle meine Klamotten und verliere nicht die Hälfte meines Essens bei dem Versuch es unbeschadet von meinem Teller in meinen Mund zu bekommen.
Auf den kalten Entzug, back in good old germany bin ich noch immer nicht vorbereitet.

Meine Gastfamilie ist Sikh. Das ist eine Minderheiten-Religion in Indien, die am stärksten in, na habt ihr es schon erraten? Jap im Punjab vertreten ist. (Ich entschuldige mich an dieser Stelle vielmals für dieses ganze Frage Antwort Spiel. Ich habe ein bisschen zu viel micky mouse clubhouse geguckt und drehe jetzt am Rad…) 

Aber für die die es interessiert Sikh ist eine Religion die:
1. Nur einen Gott verehrt
2. die Wertschätzung von Gottes Schöpfung betont
3. nicht geprägt ist von der Einhaltung  religiöser Dogmen, sondern versucht vielmehr die religiösen Weisheiten für den Alltag nutzbar zu machen

(Männer tragen bei den Sikhs traditionell einen Turban und einen Bart um auf den ersten Blick als Sikh erkannt zu werden und auf sehr offensichtliche Weise zu ihrer Religion zu stehen.)


So das ist das Wichtigste (ich erfülle meinen Erziehungsauftrag in diesem Blogeintrag ziemlich gut, finde ich, ich sollte vielleicht noch irgendetwas über Menschen schreiben, die mir auf die Nerven gehen um das ganze hier ein wenig interessanter zu gestalten…mal sehn wo ich das einbauen kann)


Auf jeden Fall:
 das ist der Tempel 

Und das bin ich im Tempel (Bild)
Übrigens, das ist ein bisschen anders als ich es von christlichen Kirchen gewöhnt bin: Man kann, wann immer man will in den Tempel kommen, um zu beten. Etwas wie feste Gottesdienst Zeiten gibt es nicht.
Außerdem hat jeder Tempel eine Art Kantine, in der man umsonst essen kann und mein persönlicher Favorit: Nachdem man gebetet hat bekommt man so eine Art Süßigkeit, die schmeckt wie Kuchenteig. Nein ich verarsch euch nicht! Es sieht aus wie Kuchenteig, es schmeckt wie Kuchenteig, das Beste allerdings ist, ist dass es auch noch ein bisschen warm ist….ohne Mist das ist der Hammer… J






Naja, auf jeden Fall an dem selben Tag an dem Sarb, ich und Sahib in den Tempel gegangen sind, haben wir uns mit Naniji auch auf den Weg nach „klein Indien“ gemacht (das ist nicht rassistisch gemeint und überhaupt Sarb hat es auch so genannt und ich kenne den echten Namen von dem Stadtteil nicht, also hört auf mich zu verurteilen).
Das ist ein Stadtteil in dem hauptsächlich Engländer mit indischem Migrationshintergrund leben (besser?!) und der, wie der Name schon vermuten lässt, aussieht wie copy paste aus Indien.
Der Fakt, dass auch noch die Sonne geschienen hat als wir da waren, verstärkte mein Gefühl im Urlaub zu sein nur noch.
Ohh, hier kann ich ein bisschen lästern: Aus irgendeinem Grund scheinen dort normale Verkehrsregeln nicht mehr zu gelten. Ich weiß auch nicht was mit den Leuten da los ist, vielleicht sind das alle samt Adrenalin Junkies oder Selbstmordgefährdete, aber das aus dem nichts auf die Straße hüpfen , ohne zu gucken oder besser zu gucken und dann zu denken sie seien  Moses und sie könnten das Meer an Autos teilen, haben die auf jeden Fall noch besser drauf als die Einheimischen rund um den Piccadilly Circus.
Und natürlich wer musste fahren? Ja ich... Beste Erfahrung meines Lebens.
Was mich trotzdem nicht davon abhielt ein bisschen shoppen zu gehen.


Ach ja und das noch:



Ich denke das Video fast mich ganz gut zusammen, vor allem weil Sarb und ich immer scherzen, dass ich wohlmöglich die bleichste Inderin bin die sie kennt ;) und der Regisseur von Mirror Mirror ist Sikh. 

Ach ja hier noch eine kleine Anekdote von Shaan, meinem ältesten Au-pair –Mädchen…nein das nennt man nicht so oder…ist ja auch egal:
Also ein Mädchen auf ihrer Schule fragt sie eines Tages: „Sag mal Shaan hast du eigentlich eine ältere Schwester?“
Shaan: „Nö warum?“
Mädchen: „Wer holt dich denn dann immer nach der Schule ab?“
Shaan: „Das ist mein Au-Pair….und sie ist weiß?!“
Mädchen: „Hää?! Ja, bist du doch auch!“

(Ist sie nicht. Das Mädchen ist seltsam.)


Sonntag, 16. März 2014

Schüleraustausch mit Hogwarts

Ich weiß nicht wie es bei euch war, aber das erste RICHTIGE Buch was ich gelesen habe war Harry Potter.
Mit fünf!!!
Und eigentlich hat es mir mein Papa vorgelesen, aber das tut jetzt gar nichts zu Sache.
Was ich damit sagen will ist: Ich bin mit Harry, Ron und Hermine aufgewachsen, habe Hogwarts geliebt, Malfoy gehasst, schlecht geträumt von Lord Voldemord, das Buch in die Ecke geschmissen als Dumbledore gestorben ist und bei der Premiere des letzten Teils geheult wie ein Schlosshund, weil alles vorbei war.
Ihr könnt euch meine Begeisterung also ungefähr vorstellen, als ich von meiner Hostfamily einen Besuch der Harry-Potter Studios zum Geburtstag geschenkt bekommen habe.
Statt den Zug vom Gleis 9  ¾ zu nehmen, verlegten wir uns auf die Möglichkeit mit dem Auto nach Hogwarts zu reisen. (Keine Sorge meine Gasteltern versteiften sich darauf, tatsächlich zu fahren und nicht zu fliegen, sodass uns eine Begegnung mit der peitschenden Weide erspart blieb.)
Wir hatten die Studios noch nicht einmal betreten, da fiel ich schon beinahe in Ohnmacht…Über Schachfiguren…
Ja das ist verdammt armselig, aber kommt schon… Wer von euch erinnert sich noch an den ersten Teil wo Harry, Ron und Hermine diese ganzen Aufgaben bewältigen müssen um Lord Voldemord davon abzuhalten, durch den Stein der Weisen all seine Macht zurück zu gewinnen?
Der Teil in dem Ron eine der besten Zauberer Schach Partien gewinnt, die Hogwarts je gesehen hat.
Diese riesigen Schachfiguren hatten die Leute von Warner Bros. vor ihrer Tür stehen.

Wie diese Löwen die sich posh-people in den Vorgarten stellen und das einzige was ich dachte war:
1.     1.  Das will ich auch!
2.      2. Kein Schild dieser Welt hält mich davon ab die anzufassen.
Fürs Protokoll, sie fühlen sich genauso an wie man denkt dass sie sich anfühlen.
Die eigentlich Tour durch die Studios begann allerdings nicht mit Eulen, die durch die Korridore flogen oder zauberhafter Inneneinrichtung, sondern mit der Frau, die das alles erst möglich gemacht hat, vertreten durch ein Zitat, das eines meiner Lieblingszitate ist.

Nachdem wir J. K. Rowling  lange genug gehuldigt hatten, wurden wir von einem äußerst sympathischen Museumsmitarbeiter in einen Kinosaal geführt, wo wir dann von Daniel Radcliff, Emma Watson und Rupert Grint, von der Leinwand aus, in ihrem zweiten Zuhause herzlich willkommen geheißen wurden.
Danach verschwand die Leinwand wie von Zauberhand und hinter ihr, kam das Eingangstor von Hogwarts zum Vorschein, was mein armes kleines Nerdherz für einen Moment aussetzen ließ. Nur damit ich dann von einem Mädchen, in meinem Alter und bestückt mit fünfzigtausend Broschen, die sie als Geburtstagskind auswiesen, auf äußerst unangenehme Weise wiederbelebt wurde.
Dieses Mädchen durfte die verdammte Tür aufmachen… nächstes Mal pinne ich mir auch ´ne riesige Brosche auf die Stirn und schreie am besten noch: „Hallo seht ihr mich! Ich will eine Sonderbehandlung!“ Aber ich will ja nicht lästern….alles was ich sagen will ist, dass es EINE Brosche auch getan hätte und naja HALLO du bist kein Kind von fünf Jahren, muss nicht sein oder?!
Das Broschenmädchen war allerdings beim Anblick der großen Halle mit ihren reich gedeckten Tischen und schwebenden Kerzen wie weggeblasen.
Leider war das Essen ungenießbar…naja Plastik halt… aber zumindest sah es einfach fantastisch aus.

Weiter ging es dann in den Costume-Haven wie ich es gerne nenne. Und ich kam nicht um hin, dass ich ein paar Fotos, nicht nur aus dem Grund der „Erinnerungs-Intakthaltung“, sondern auch mit dem Hintergedanken, dass meine Oma ja vielleicht mal die Zeit findet mir so ein Kleid zu nähen, schoss. (Das ist gar kein Hint…okay ist es doch!!)





Ich weiß ja, dass wir alle aufgeschlossene und total vorurteilsfreie Individuen sind, aber für mich kommt trotzdem nur ein Haus in Hogwarts in Frage, in dem ich leben will und das ist Trommelwirbel bitte: Gryffindor!
Ich weiß, dass ist klischeehaft, aber kommt schon Freunde seit mal ehrlich, wenn ihr es euch aussuchen dürftet, müsstet ihr überhaupt lange darüber nachdenken?
Dache ich es mir doch… ;)
Da wir das ja jetzt klar gestellt haben präsentiere ich euch feierlich eine Exkursion in den Gryffindor Tower.



Und noch fünfzig tausend weitere Sets die einfach nur unglaublich toll sind J





Meine persönlichen Lieblingsfiguren in Harry Potter mal abgesehen von den mehr als offensichtlichen sind und bleiben Nimphadora Tonks, Syrius Black und Bellatrix Le Strange.
Die letztere wird außerdem in allen Filmen von Hellena Boheme Carter gespielt, die eine meiner absoluten Lieblingsschauspielerin ist. Also was wird natürlich sofort gemacht wenn man ihr Kostüm mitten unter all den anderen Todesserkostümen entdeckt?
Jap!
Man fotografiert es.


Und danach fragt man sich: Wie groß, oder sollte ich besser sagen klein, ist diese Frau denn eigentlich?
Ich weiß nicht, ob man es auf dem Bild sehen kann, aber von Angesicht zu Angesicht und verglichen mit den anderen Kostümen war ihres winzig.
Diese Frage beschäftigt mich schon die ganze Zeit und falls irgendjemand eine genaue Zentimeter Angabe hat, wäre es mehr als freundlich mir diese zu kommen zulassen.
Danke schön!
In der Mitte der Besichtigungstour gibt es die Möglichkeit sich zu stärken, ein bisschen Luft zu schnappen und direkt neben dem Ligusterweg und der Hogwartsbridge Lunch zu essen und ein Butter Bier zu probieren.
Jap, ihr habt richtig gehört Butter Bier.

Total süß! Das was da oben drauf ist, ist irgendeine Art Sahne und das eigentliche Bier ist mit Kohlensäure versetze Karamell Limonade.
Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich dieses Gebräu verabscheu oder süchtig danach bin…
Was mir allerdings keinerlei Kopfzerbrechen bereitet ist die Frage, ob Starbucks nun wirklich überall ist. Die Antwort darauf ist: Ja!
Der grüne Kaffemagnat hat es doch tatsächlich bis in die magische Welt geschafft und verkauft jetzt auch im Fahrenden Ritter Kaffee in allen Geschmacksrichtungen.
Dazu kann ich weiter nichts sagen…



Gestärkt und High von Koffein ging es dann weiter im zweiten Sound Set mit der Frage: Wenn du dir ein magisches Haustier aussuchen darfst welches wäre es dann?
Hippogreif, Riesenspinne oder doch lieber Phönix, du hast die Qual der Wahl.



Du hast dich für ein Tier entschieden? Perfekt! Zeit für einen Abstecher in die Winkelgasse.




Und falls ihr dann noch nicht genug von magischen Ereignissen habt, wie wärs mit einem Besenflug?


Verdammt noch mal ich sollte für die ganze Werbung hier eigentlich von Warner Bros. bezahlt werden.
Die Tour durch die absolut coolste Schule der Welt, wurde mit einem Raum voller Zauberstab Boxen beendet, die mit den Namen aller Menschen, die an den Filmen mitgearbeitet haben beschriftet waren.



Findet ihr Süß? Ja ich auch, sie sind alle eine große Familie ;)
Und damit alle Touristen, die von Nah und Fern, mit unsichtbaren Autos, besenreitend, mit fliegenden Kutschen, unter Wasser fahrenden Segelschiffen oder ganz klassisch mit dem Zug, ihren Weg nach Hogwarts gefunden haben, immer eine kleine Erinnerung an ihren Besuch haben, gibt es natürlich einen Gift Shop…einen riesigen Gift Shop.
Und natürlich musste ich auch ein bisschen zuschlagen.

Ich könnte hier noch so viel schreiben, was den Rahmen dieses Blogs dann aber doch irgendwann sprengen würde.
Nur so viel: Dieser Trip hat mir nur mal wieder gezeigt wie sehr ich Hogwarts liebe!!